Am 18. Mai, also kurz vor dem Olympia-Referendum in Hamburg, führten vier Schüler*innen aus dem Wahlpflichtkurs „Jugend Debattiert“ in der Mediathek eine Debatte zur Streitfrage: Soll sich Hamburg als Austragungsort für die olympischen und paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044 bewerben.“
Für eine Bewerbung Hamburgs argumentierten Jan Hsso (9h) und Torben Hahnke (9a). Die Gegenseite wurde von Sofia Paul (9f) und Paul Felgner (9b) vertreten. Die Schüler*innen vertraten hierbei nicht zwingend ihre eigene Meinung. Es wurde im Vorfeld ausgelost, wer die Pro-Seite und wer die Kontra-Seite übernimmt. Denn eine Jugend-Debattiert-Debatte dient der Vorbereitung einer Entscheidung. Erst wenn beide Seiten einer kontroversen Frage genau beleuchtet werden, ist eine informierte und fundierte Entscheidung möglich. Pro und Kontra müssen mit der gleichen Ernsthaftigkeit und Genauigkeit behandelt und vorgetragen werden. Und das haben die Debattant*innen mit Bravour gemeistert und das obwohl sie sehr aufgeregt waren und noch nie vor Publikum debattiert hatten.
Zur Debatte waren zwei 10. Klassen geladen. Da die Mehrheit unter den eingeladenen Gästen bereits 16 Jahre alt ist, durften sie beim Volksentscheid eine Woche später bereits abstimmen. Die Redner*innen auf dem Podium haben somit einen wichtigen Beitrag zur Meinungs- und Demokratiebildung ihrer Mitschüler*innen geleistet. Das Publikum hatte sich mehrheitlich vorher noch keine Gedanken gemacht, wie es abstimmen möchte. Nachdem die Argumente beider Seiten vorgetragen wurden, haben von den 45 anwesenden Schüler*innen in einer spontanen Abstimmung vor Ort sich 14 (31,1 Prozent) für die Olympiabewerbung ausgesprochen und 31 Schüler*innen (68, 9 Prozent) dagegen.
Damit stimmten unter den eingeladenen Gästen prozentual etwas mehr Schüler*innen gegen Olympia als unter den Hamburger Bürger*innen, die am Volksentscheid am 31. Mai teilnahmen und insgesamt 49,6 Prozent der Stimmberechtigten in Hamburg ausmachten. Dabei stimmten stimmten 54,9 Prozent der Abstimmenden mit „Nein“, 45,1 Prozent votierten mit „Ja“.

