Nicaragua

Nicaragua Austausch

Seit über zehn Jahren fahren wir regelmäßig nach Nicaragua an das Colegio Alemán, an die deutsche Schule in Managua. Dieser Austausch ist auf Nachfragen des ehemaligen Schulleiters der Schule dort entstanden, wir waren sofort begeistert und haben es einfach mit einer kleineren Delegation ausprobiert. Dieses Land mit seinen Farben, Gerüchen, Eindrücken hat es in sich! Es ist wahrlich keine Reise in den Harz, sondern auf die andere Seite der Welt (alleine die Anreise braucht ca. 24 Stunden und ist ein Erlebnis.) Nicaragua ist nach Haiti das zweitärmste Land Mittelamerikas, wir verstehen jedoch jedes Mal wieder auch, dass Reichtum sich natürlich nicht nur in Finanzen bemessen lässt. Etwa die Hälfte der Zeit leben unsere Jugendlichen dort bei Gastfamilien mit etwa gleichaltrigen PartnerInnen, die andere Hälfte der Zeit sind wir in Projekten dort im Land unterwegs.

Anfangs war es v.a. das Projekt „Las tías“, die Tanten, die wir in Hamburgs Partnerstadt León mehrere Tage besucht haben. Dort leben Jugendliche und Kinder, die sich nach der Schule nicht gut zuhause aufhalten können, die im Projekt Unterstützung und Essen bekommen und auch sogar dort eine Ausbildung machen können. Inzwischen ist unsere Partnerschule eine kleine Dorfschule auf der Vulkaninsel Ometepe. Wir unterstützen dort, durften sehen, wie die Schülerinnen und Schüler der Schule dort im Dorf wohnen und haben gemeinsam mit den Jugendlichen ihre Schulgebäude angemalt. Außerdem sind wir begeisterte PatInnen eines Projektes in Granada, dem Cafe des Lächelns (Café de Sonrisas). Hier lernen taubstumme Jugendliche Hängematten weben und Makramee knüpfen. Wir dürfen auch immer mal probieren, sind aber lange nicht so flink wie die Jugendlichen. Im letzten Jahr mussten wir mit Schrecken sehen, dass nur wenig vorher das ganze Projekt abgebrannt war. Nun versuchen wir den Aufbau zu unterstützen! Ebenso bauen wir gerade Kooperationen zu den Projekten „Chavaladas“ und „Niños del Fortín“ in León auf. Dieses sind beides Projekte, die Jugendliche Kinder, die in Armut leben und oft Drogenerfahrungen haben.

Zudem haben wir immer ökologische Themen und natürlich politische Themen auf dem Programm.

Die Vielfallt und Andersartigkeit der Natur und der Landschaft, die Küsten des Pazifiks und die Vulkane des Landes bleiben in tiefer Erinnerung und erweitern unsere Gedanken. Diese Eindrücke und das Auseinandersetzen mit anderen Kulturen und Menschen wirkt bei allen vor und nach der Reise und führt zu unvergesslichen Lebenseindrücken. Nicaragua ist ein Land, dessen Bevölkerung seit Jahren um demokratische Strukturen kämpfen muss. Dort kann man also nicht uninformiert unterwegs sein. Entsprechend brauchen diese Reisen viel Vor- und Nachbereitung und wirklich engagierte Mitreisende – zur Belohnung winkt ein unvergessliches Erlebnis, das uns in vielerlei Hinsicht prägt.

Den Nicaraguaaustausch bestreiten wir seit 2019 gemeinsam mit der Stadtteilschule Bahrenfeld.

Phillip Späth und Katharina Willems